Collie Eye Anomalie
"CEA"


 

 

Was ist CEA und wie verhält sie sich 

CEA ist eine erbliche Augenerkrankung bei Hunden. Die Bezeichnung CEA ist die Abkürzung für den medizinischen Fachbegriff „ Collie Eye Anomaly ”. Diese Bezeichnung der Augenerkrankung sagt bereits aus, das sie vermehrt bei Collies auftreten kann. Aber auch bei  artverwandten Rassen, wie dem Sheltie, dem Australian Shepherd, dem Bearded Collie und dem  Border Collie kann CEA auftreten.

Die einzelnen Erkrankungsstadien der CEA  (unabhängig vom Alter  des Hundes) verändern sich  nicht. Ein erkrankter Hund wird also nicht erst im Alter blind, sondern kann auch schon mit 2 Jahren vollständig erblinden - es gibt sicherlich auch noch andere Faktoren für eine Erblindung  z.B. durch Unfall, Diabetes oder andere erbliche Augenkrankheiten wie PRA und Katarakt.

Da die CEA angeboren und somit erblich ist, kann man diese bei Welpen nur im Alter von 6 – 9 Wochen durch eine Augenuntersuchung bei einem dafür spezialisierten Tierarzt, z.B. bei einem Fachtierarzt für *Augenheilkunde vom DOK (Dortmunder Kreis), feststellen. Es gibt vereinzelt Hunde, deren CEA-Erkrankung im Alter von 12 Monaten oder später nicht mehr ophthalmologisch feststellbar ist.  Dieses Phänomen nennt man „go-normal“ (geh zurück zur Normalität). Diese Hunde erleiden durch ihre CEA-Erkrankung keinerlei Einschränkungen im Sehvermögen.



*Augenheilkunde

Moderne ophthalmologische Untersuchungen erfordern eine umfangreiche und kostspielige, technische Ausstattung. Das wichtigste Untersuchungsgerät ist die Spaltlampe, eine mit spezieller Steuer- und Beleuchtungsmechanik versehene, starke Stereolupe.

Spaltlampenuntersuchung

Bei einer Spaltlampenuntersuchung werden die äußeren und inneren Augenanteile bis zum Bereich des vorderen Glaskörpers untersucht.
Die Vorteile einer Spaltlampe sind unter anderem mehrfache Vergrößerung und der spaltförmige Lichtstrahl, der einen optischen Schnitt durch die durchsichtigen Medien des Auges (Hornhaut, vordere und hintere Augenkammer, Linse, vorderer Teil des Glaskörpers) erlaubt (ähnlich einem einzelnem Lichtstrahl in einem abgedunkelten Raum mit tanzendem Staub

Schirmer-Tränentest

Mit dem Schirmer-Tränentest wird die Tränenproduktion des Tieres gemessen. Bei dieser Untersuchung wird dem Tier ein Teststreifen aus Indikatorpapier in den unteren Bindehautsack eingehangen. Dieser Papierstreifen verbleibt über 1 Minute in dieser Position. Durch die Verfärbung des Papierstreifens ist der Untersucher in der Lage, die Tränenproduktion quantitativ zu erfassen.

Sehnervenkolobome

Ein Kolobom ist ein Mißbildung bei der sich die embryonale Augenspalte nicht vollständig schließt. Dadurch entstehen Defekte unter anderem auch am Sehnerv. Ophthalmoskopisch sehen diese Defekte wie Ausstülpungen oder Löcher aus. Häufig treten Sehnervenkolobome in Zusammenhang mit CEA auf.

Sklera

Die Sklera (Lederhaut) ist die faserreiche undurchsichtige äußere Begrenzung des Augapfels, welche oft als das Weisse des Auges bezeichnet wird. Die Grundsubstanz der Lederhaut sind die Gleichen Fasern wie die der Hornhaut, nämlich Kollagenfasern. Diese sind aber sehr unregelmässig angeordnet und damit ist die Sklera intransparent.

 

Erscheinungsformen der CEA

CRH (chorioretinale Hypoplasie):

bedeutet, dass in einem bestimmten Bereich des Auges ein Teil der Netzhaut und der darunterliegenden Aderhaut fehlen. Diese Bereiche sind besonders gut bei Welpen bis zur 9. Lebenswoche zu erkennen, da bis zu diesem Zeitpunkt die Netzhaut noch nicht pigmentiert ist. Danach ist bei einigen Hunden die CRH nicht mehr feststellbar, da das Pigment diese Stellen verdeckt. Das sind die sogenannten ,,go normals“.

Unerheblich, ob ,,go normal“ oder nicht, werden die betroffenen Hunde in ihrem Sehvermögen und damit in ihrer Lebensqualität nicht beeinflusst, da die Veränderungen in der Regel nur sehr kleine Netzhautbezirke betreffen.

Kolobom:

Hierbei handelt es sich um eine mehr oder weniger großflächige Ausbuchtung der Netzhaut im Bereich des Sehnervenkopfes. Normalerweise wird auch durch ein Kolobom die Sehkraft nicht beeinträchtigt. In seltenen Fällen können die Ausbuchtungen allerdings große Teile der Netzhaut einnehmen, dann können sich Gesichtsfeldeinengungen ergeben.

Blutungen und Netzhautablösung:

Dieses ist nun die schlimmste, aber zum Glück auch die seltenste Veränderung im Rahmen der Collie Augenanomalie. Auf Grund von Blutgefäßveränderungen in der Aderhaut kann es zu Blutungen hinter der Netzhaut und, als Folge dessen, zu Netzhautablösungen kommen. Diese Hunde sind blind und können Probleme mit dem Augeninnendruck und Entzündungen der Gefäßhaut bekommen.
 

Vererbung der CEA

Die CEA wird autosomal rezessiv vererbt, das heißt, wir unterscheiden in drei Gruppen
 a)  CEA freie, gesunde Hunde (genetisch frei) kein CEA Gen vorhanden
 b)  Hunde die Träger eines CEA Gens sind
 c)  befallene oder kranke Hunde – zwei CEA Gene vorhanden

Ein kranker Hund hat jeweils von seinem Vater als auch von seiner Mutter ein
CEA Gen geerbt. Er hat also 2 CEA Gene.
Wird dieser Hund nun mit einem gesunden, CEA freien Hund verpaart, sind
zwar alle Nachkommen CEA Träger, aber sind selbst nicht krank.
Das heißt sie tragen die Erbanlagen und geben das CEA Gen bei einer weiteren
Verpaarung weiter, sind aber selbst gesund. Diese Art der Vererbung nennt man
rezessiv. Kommt es zu einer Verpaarung von zwei Hunden, die CEA Träger sind,
hat man wieder kranke Hunde. Nun kann man durch eine Augenuntersuchung
lediglich erkrankte Hunde herausfinden, jedoch keine Hunde (Träger), die das
CEA Gen tragen. So wird das CEA Gen unerkannt weiter vererbt.
 

Erwartete Resultate des Züchtens
zu Strategien um die Rückläufigkeit der Krankheit zu beeinflussen

Elternteil 1
Genotype

Elternteil 2     Genotype

Genetisch frei
(eng. normal)

Träger
(eng. carrier)

Befallen
(eng. affected)

Normal

Alle = Normal

 1/2 = Normal
1/2 = Träger

Alle = Träger

Carrier

 1/2 = Normal
1/2 = Träger

 1/4 = Normal
1/2 = Träger
   1/4 = Befallen

1/2 = Träger
   1/2 = Befallen

Affected

Alle = Träger

1/2 = Träger
   1/2 = Befallen

Alle = Befallen

Die Tabelle zeigt die wünschenswerten Verpaarungen (dunkelblau), welche mindestens ein Elternteil haben, das durch den OptiGen-Test CEA/CRH normal ist. Alle weiteren (weiß) Verpaarungen sind eine Gefahr des Produzierens der Welpen, die mit CEA/CRH befallen werden.

Bildquelle und Text zur Augenheilkunde: www.praxis-thyssen.de
Tabelle und Text zur CEA-Erklärung teilweise übernommen aus dem Internet

weitere Information zu erbl. und nicht erbl. Augenerkrankungen  finden Sie    HIER