Rassebeschreibung, Charaktereigenschaften und Standard
des Shetland Sheepdog - genannt: SHELTIE

 

Herkunft des Sheltie

Der Sheltie kann auf eine lange Vergangenheit zurückblicken. Wie seine holländischen, belgischen, französischen und deutschen Kollegen hat sich dieser kleine schottische Schäferhund bereits im 18. Jahrhundert aus den Nachfahren alter Hirtenhunde entwickelt. Gefragt waren damals wendige, schnelle Hunde, die dafür sorgten, das die Schafe zwar die Feldrände abgrasten, die Ackerfrüchte aber in Ruhe ließen. Anfangs des 19. Jahrhunderts wurde der Sheltie, der auf den Shetland Inseln zu Hause war nach England importiert. Populär wurde der Sheltie um 1950 auch bei uns in Deutschland, wo die ersten Clubs gegründet wurden. Da sie hier nicht zur Schafzucht gebraucht wurden, lebten sie weiter als Familien- und Begleithunde. Der Hütehund-Charakter haben sie sich aber bis heute bewahrt.
 

Eine besondere Hundepersönlichkeit

Als Anfang der 60er Jahre die ersten Shelties in Deutschland das Licht der Welt erblickten, ging es mit der Zucht der kleine Shetländer nur langsam aufwärts. Wer aber die herrlichen Hunde einmal auf einer Ausstellung erlebte, war bezaubert. Bald überwog die Nachfrage das Angebot, so daß immer mehr Shelties gezüchtet wurden. Kein Wunder, denn im Modetrent der langhaarigen Hüte- und Begleithunde ist der Sheltie eine ausgefallene, dekorative und stolze Erscheinung, mit der man garantiert auffällt. Viele Shelties werden allein aus diesem Grund angeschafft, ungeachtet ihrer feinen Wesenseigenschaften.
 

Was Sie wissen sollten - Kurzfassung

HERKUNFTSLAND

Schottland, später Shetland

VERANLAGUNG/TYP

Schäferhund, Hütehund und Familienhund

GRÖSSE

Rüden erreichen eine Schulterhöhe bis 37 cm, Hündinnen bis 35,5 cm; Abweichungen von 2,5 cm nach oben und unten werden zugestanden.

FELL

Der Sheltie verfügt über ein doppeltes Fell: das Oberfell besteht aus langem, hartem Haar, während die üppige Unterwolle weicher, kürzer und sehr dicht ist.

FARBSCHLÄGE

Shelties kommen in den typischen Färbungen sable-tint (von Sand bis Mahagoni), tricolor (dreifarbig: schwarz mit loh und weiß), blue merle (bleicher Untergrund gesprenkelt mit schwarzen Flecken und loh), schwarz-weiß (bi-black) oder blue-merle ohne tan (bi-blue) vor. Meist sind diese Färbungen mit Pfoten, Brust, Krallen, Blesse und Schwanzspitze in Weiß gepaart. Desweiteren kommt aus den USA die Farbe CHW (Colored Headed White), Grundfarbe weiß mit den typischen Farbschlägen am Kopf. Dieser Farbtyp wird in einigen Vereinen als Fehlfarbe bezeichnet und ist nicht auf Ausstellungen erwünscht.

Alle anderen Farbschläge, wie kryptik, sable-merle und scheckige Zeichnungen sind unerwünscht und untypisch für den Sheltie.

PFLEGE

Die Shelties brauchen keine spezielle Pflege, einzig regelmäßiges Kämmen und Bürsten des Felles ist empfehlenswert, besonders beim Fellwechsel, wenn sich die Unterwolle löst. Fellkletten bilden sich vor allem hinter den Ohren, am Hinterkörper (Hosen) und in den Achseln, hier also besonders gründlich kämmen.

CHARAKTER

Äußerst intelligent, schlau und lernbegierig, seinem Herrn und dessen Familie treu ergeben, anhänglich, gehorsam, fröhlich, sehr ausdauernd, Fremden gegenüber meist etwas  zurückhaltend.
 

Toller Begleiter für Familien, Kinder und sportliche Menschen

Abgesehen von der leichten Erziehung benötigt der durchaus temperamentvolle Sheltie Bewegung und Beschäftigung. Weder ein großer Garten noch der tägliche Spaziergang an der Leine im Park werden ihm gerecht. Stundenlang rennen und toben, spielen, mit seinem Menschen arbeiten, das ist es, was den Sheltie glücklich macht. Aber denken Sie daran: Ihr kleiner Freund darf noch lange nicht so stark belastet werden wie ein ausgewachsener Hund. Am Anfang nur Spaziergänge von 10 Minuten oder im Garten toben, lieber zu Hause noch etwas Bällchen spielen. Ihr Welpe kann dann jederzeit aufhören, bei einem Spaziergang läuft er bis zur Erschöpfung. Hierbei sind Sie verantwortlich !

Deshalb ist ein ausgelasteter Sheltie in der Wohnung ein ruhiger und umgänglicher Gefährte. Er akzeptiert aber auch, wenn nur ein kurzen Spaziergang möglich ist (z.B. wegen Kranheit seines Menschen, heftiger Regen), es sollte aber nicht zur Regel werden. Shelties neigen bei zu wenig Bewegung schnell zum Dickwerden und ein dicker Sheltie ist ein kranker Sheltie und da hilft auch kein Weg zum Tierarzt. Hier kann nur Bewegung und Diätfutter (Züchter oder Tierarzt fragen) helfen. Wer seinen Sheltie liebt, läßt ihn arbeiten und sei es nur Dinge zu bringen, Stöckchen werfen (Hundefrisby), Bällchen, er läßt sich auch liebend gern kleine Kunststückchen beibringen (aber bitte nicht mit Wursthäppchen als Belohnung, sonder mit viel Lob und Knuddeln) an denen Sie und Ihr Liebling viel Spaß haben werden. Sie können auch Radfahren mit ihm (aber erst mit 1 Jahr, wenn Ihr Hund entwickelt ist und dann bitte auch erst langsam), wandern, joggen, bergsteigen oder schwimmen, er eignet sich aber auch für die Schutzhunde- und Rettungshundausbildung, Agility und Turnierhundesport. Einige Sheltiebesitzer arbeiten mit ihren Tieren an der Schafherde und sind immer wieder verblüfft, wie stark der Hüteinstinkt auch heute noch in dieser Hunderasse vertreten ist.
 

Standard des Sheltland Sheepdog (Sheltie)

Allgemeines Erscheinungsbild

Kleiner, langhaariger Arbeitshund von großer Schönheit, frei von Plumpheit und Grobheit. Umrißlinie symmetrisch, sodaß kein Teil unproportioniert erscheint. Das üppige Haarkleid, die üppige Mähne und Halskrause sowie ein schön geformter Kopf mit lieblichen Ausdruck verbinden sich zum idealen Erscheinungsbild.

Charakter

Wachsam, sanft, intelligent, kräftig und lebhaft.

Wesen

Liebevoll und verständig gegenüber seinem Herrn, reserviert gegenüber Fremden, niemals nervös.

Kopf und Schädel

Kopf edel, von oben oder von der Seite gesehen wie ein langer stumpfer Keil, der sich von den Ohren zur Nase hin verjüngt. Die Breite des Schädels steht im richtigen Verhältnis zur Länge von Schädel und Fang. Das Ganze muß in Anbetracht der Größe des Hundes bewertet werden. Schädel flach, mäßig breit zwischen den Ohren, ohne daß das Hinterhauptbein hervorragt. Wangen flach, glatt in den gut gerundeten Fang übergehend. Schädel und Fang gleich lang. Teilungspunkt ist der innere Augenwinkel. Oberlinie des Schädels verläuft parallel zur Oberlinie des Fangs, mit leichtem aber deutlich erkennbarem Stop. Nase, Lefzen und Lidränder schwarz. Der charakteristische Ausdruck ergibt sich durch die vollkommene Harmonie in der Verbindung von Schädel und Vorgesicht, durch Form, Farbe und Plazierung der Augen und durch richtig angesetzte und korrekt getragene Ohren.

Fang / Gebiß

Kiefer ebenmäßig, glatt geschnitten, kräftig, mit gut entwickelten Unterkiefer, Lippen fest geschlossen, Zähne gesund mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Ein vollständiger Satz von 42 richtig plazierten Zähnen ist sehr wünschenswert.

Augen

Mittelgroß, schräg eingesetzt, mandelförmig. Dunkelbraun, außer bei den Merles, wo ein oder beide Augen blau gesprenkelt sein dürfen.

Ohren

Klein und am Ansatz mäßig breit, auf dem Schädel ziemlich eng zusammenstehend. Im Ruhezustand werden sie zurückgelegt getragen, im aufmerksamen Zustand werden sie nach vorn gebracht und halb aufrecht mit nach vorn kippenden Spitzen getragen. Das obere Drittel sollte gekippt sein, nicht zu schwer (Überfall-Ohr) und nicht zu leicht (leichtes Kipp-Ohr), ca. 45° - Neigung. Die Ohren sollten zum Kopf passen, nicht zu groß (Fledermaus-Ohr) und auch nicht zu klein sein.

Hals

Muskulös, gut gebogen, von ausreichender Länge um eine stolze Kopfhaltung zu ermöglichen.

Vorhand

Schulter sehr gut zurückliegend. Am Widerrist nur durch die Wirbel getrennt, liegen die Schulterblätter dann schräg nach außen, um der gewünschten Wölbung der Rippen Platz zu bieten. Schultergelenke gut gewinkelt.

Oberarm und Schulterblatt ungefähr gleich lang. Abstand vom Boden zu den Ellenbogen gleich dem Abstand von Ellenbogen zu Widerrist. Vorderläufe von vorne gesehen gerade, muskulös und ebenmäßig geformt, mit kräftigen Knochen. Vordermittelfuß, kräftig und geschmeidig.

Körper

Geringfügig länger vom Schultergelenk zu den Sitzbeinhöckern als die Wideristhöhe. Brust tief, bis zu den Ellenbogen herabreichend. Rippen gut gewölbt. in der unteren Hälfte schmal zusammenlaufend, um den Vorderläufen und den Schultern eine freie Bewegung zu ermöglichen. Rücken gerade, mit einer anmutigen Rundung über der Lendenpartie. Kruppe allmählich nach hinten abfallend.

Hinterhand

Schenkel breit und muskulös, Schenkelknochen im rechten Winkel im Becken eingesetzt. Kniegelenk mit deutlicher Winkelung. Sprunggelenke gut geformt und gewinkelt, tiefstehend mit kräftigen Knochen. Hintermittelfuß von hinten gesehen gerade.

Pfoten

Oval, mit gut gepolsterten Sohlen, Zehen gewölbt und geschlossen.

Rute

Tief angesetzt. Die, zur Spitze hin dünner werdenden Wirbelknochen, reichen bis zu den Sprunggelenken, reichlich mit Haar bedeckt und mit einem leichten Aufwärtsschwung. Sie darf in der Bewegung leicht erhoben werden, aber niemals über die Rückenlinie hinaus. Auf keinen Fall geknickt.

Gangart / Bewegung

Geschmeidig, fließend und anmutig, mit Schub aus der Hinterhand, dabei größtmögliche Distanz bei geringster Anstrengung zurücklegend. Passgang, kreuzende oder wiegende Gangart oder steife, stelzende Auf- und Abwärtsbewegung unerwünscht.

Haarkleid

Doppelt, das äußere Deckhaar besteht aus langem, hartem und geradem Haar. Unterwolle weich, kurz und dicht. Mähne und Halskrause sehr üppig. Vorderläufe gut befedert. Hinterläufe oberhalb der Sprunggelenke stark, unterhalb ziemlich kurz / glatt behaart. Das Gesicht kurz / glatthaarig. Kurzhaarige Exemplare sind unerwünscht.

Farben

Zobel: reinfarben oder in Schattierungen von hellem Gold bis zum satten Mahagoni, wobei die Schattierung kräftig getönt sein soll. Wolfsfarben und grau sind unerwünscht.

Tricolour: tiefschwarz am Körper, vorzugsweise mit satten lohfarbenen Abzeichen und weißer Brust, oft auch weiß in der Halskrause, an den Pfoten und der Rute

Blue-Merle: klares silbriges Blau, mit schwarzer Sprenkelung und Marmorierung. Satte lohfarbene bzeichen werden bevorzugt, ihr Fehlen wird nicht bestraft. Große schwarze Flecken, schiefergrauer und rostfarbener Anflug, sowohl im Deckhaar, wie auch in der Unterwolle sind höchst unerwünscht. Der Gesamteindruck muß von Blau geprägt sein.

Schwarz-Weiß und Schwarz mit Loh sind ebenfalls anerkannte Farben. Weiße Abzeichen dürfen (außer bei Schwarz mit Loh) als Blesse, am Halskragen, an der Brust, an der Halskrause, an den Läufen und an der Spitze der Rute vorhanden sein. Das Vorhandensein all dieser oder einiger dieser weißen Abzeichen soll bevorzugt werden (außer bei Schwarz mit Loh); das Fehlen dieser Abzeichen soll nicht bestraft werden. Weiße Flecken am Körper sind höchst unerwünscht.

Größe

Ideale Widerristhöhe bei Rüden 37 cm, bei Hündinnen 35,5 cm. Eine Abweichung um mehr als 2,5 cm über oder unter diese Maße ist höchst unerwünscht.

Fehler

Jede Abweichung von den genannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung sollte im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen.

Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

 

diese Beschreibung wurde z.T. von mir selbst entworfen, als auch übernommen aus Büchern