Lücie - Chianti vom Stromberger Land

 

 

Lücies Geschichte – akute Pyometra zu Ostern 2021 mit Todesfolge

 
Dieser Bericht geht auch an die Landestierarztekammer Baden-Württemberg

 

Lücie ging es Mittwoch-Donnerstag 01.04. nicht gut, sie hatte am Donnerstag 39,8 Grad Temperatur, hat kaum gefressen und war schon etwas schlapp. Freitag hatte sie 40,5 Grad Temperatur, fraß gar nichts mehr und war ziemlich schlapp. Daraufhin habe ich beim TA Dr. Khelladi in Vaihingen angerufen, der einen täglichen 24 Std. Notdienst hatte und schilderte ihm Lücies genauen Gesundheitszustand mit Symptomen. Auch betonte ich explizit, das es meiner Lücie wirklich nicht gut geht, nichts frisst, erbricht und Fieber hat.

Darauf meinte er, das ich nicht in eine Tierklinik fahren soll, da diese ja nur operieren wollten und das ich Antibiotika und Schmerzmittel geben soll. Er sagte dann noch, das er gerade ausnahmsweise mal nicht anwesend wäre, aber wenn es schlimmer werden würde, könne ich sofort in seine Praxis kommen, er würde dann sofort sein Ärzteteam organisieren. Ausserdem könne ich ihn jederzeit über Handy erreichen.

(Ich ging fest davon aus, dass er über einen kompetentes Tierärzteteam verfügt, die notfalls auch operieren können oder mich notfalls in eine Tierklinik überweisen)

 

Samstag ging es meiner Hündin nicht besser, das Fieber sank zwar und ich war etwas beruhigter, aber am Sonntag ging es ihr schlechter, die Augen wurden schon glasig und milchig, sie lief aber noch langsam mit Gassi. Das Fieber war weg, sogar Untertemp. um die 37. Ich versuchte Dr. Khelladi an beiden Tagen mehrfach zu erreichen, aber ohne Erfolg.

 

Endlich am Montag früh erreichte ich ihn und er schickte mich sofort in die Praxis, wo ein Notarzt bereit wäre.


Als wir dort ankamen, untersuchte die anwesende TÄrztin Lücie. Sie konnte bereits kaum noch laufen und war sehr schwach. Sie fühlte den Bauch, maß Temperatur und horchte sie ab. Sie meinte dann, das es sich um keine Gebärmutterentzündung handelt und gab ihr Spritzen gegen die Schmerzen, Appetitanreger, Vitamine und Aufbaupräparate. 
 Sie gab ihr dann noch Infusionen auf beiden Seiten des Bauchs, direkt unter die Haut als Nahrung, je 7 Min. und schickte uns wieder nach Hause.. Sie hat nichts zu Lücies Augen gesagt und nahm weder Blut ab für einen Bluttest, auch ein Ultraschall vom Bauch/Gebärmutter wurde nicht gemacht. Später stellte sich heraus, dass diese Ärztin gar keinen Ultraschall machen durfte und schon gar nicht operieren dürfe. Sie hätte uns eigentlich gleich in die Tierklinik schicken müssen.

 

Abends ging es ihr so sehr schlecht, dass ich wieder bei TA Khelladi anrief, ihn aber wieder nicht erreichte. Dienstag (6.4.) morgends habe ich endlich jemand in der Praxis erreicht, ich solle um 10 Uhr in die Sprechstd. kommen. Ich sagte, dass ich der Notfall vom Wochenende bin er und es sei sehr dringend, da es meinem Hund sehr schlecht geht. Darauf durfte ich dann 9.30 Uhr !! schon kommen.

 

Sie schickte mich in ein Zimmer, nebenan war gerade der TA mit einem Patient zugange, das ging ca. 20min. Als er fertig war und ich hörte das dort der nächste Patienten hineinging, rief dann aus meinen Zimmer fragend, ob er mich vergessen hat und bekam zur Antwort, das die Sprechstd. offiziell erst um 10 Uhr losginge und ich warten müsste. Daraufhin erinnerte ich daran, dass ich als Notfall hier wäre und ich das auch so angekündigt habe. Dr. Khelladi kam dann zu mir und wollte mich nochmals über die Öffnungszeiten belehren. Als er dann meinen Hund sah sagte er: „oh das ist ja wirklich ein Notfall“.

 

Es ging dann alles sehr schnell, er machte endlich einen Ultraschall und meinte das es nicht gut aussieht, es war schon akute Pyometra. Es folgte eine Not-OP.

 

Nach der OP wachte sie fast 2 Tage nicht aus der Narkose auf und wurde in der Praxis betreut. Am Donnerstagnachmittag hat er mir Lücie dann mitgegeben obwohl sie nicht ansprechbar war und weder aufstehend noch laufen konnte, sie lag zuhause nur flach und musste mit Spritze ernährt werden, da sie nicht selbständig fraß, der TA meinte dann sie alles fressen kann was sie möchte und annimmt, tat sie aber nicht. Sie war so schwach, dass sie nicht aufsehen konnte, ich sollte sie aber immer mal aufrichten, sie konnte sich aber nicht lange so halten. Sie konnte nicht einmal aufstehen zum Urinieren. Da sie nichts fraß, außer dieser Astronautenkost über die Spritze, kam auch kein Kot.

 Am Freitagabend stand sie dann das erste Mal wackelig auf und torkelte zum Trinkwasser, war dabei aber total abwesend und schaute nur ins Leere. Danach lag sie wieder. Die Wunde nässte auch und tropfte. Sie war weiterhin sehr schwach und frass auch nichts.

Am Samstag hatte ich Nachsorgetermin. Er sah ja selbst wie es ihr ging und das sie total abwesend war und sehr schwach. Er machte keinen Ultraschall zur Kontrolle, nahm auch kein Blut zur Kontrolle, obwohl ich ihn darauf hinwies das Lücies Wunde nässte, nichts selbst fraß und immer noch seit Tagen nur um die 37 Temperatur hatte unternahm er nichts und meinte das sei alles normal, auch die Wundflüssigkeit müsste raus, und es würde ja aufwärts gehen. Er spritze Medikamente und es gab wieder nur eine Infusion unter die Haut. Ich solle am Montag wieder kommen. Ich verstand diese Behandlung nicht, aber ich vertraute ihm, da es ja eine schwere OP mit langer Narkose war und ich es nicht besser wusste.

Zwischen Samstag und Montag stand sie noch ein zwei mal auf den Beinen, lag auch teilweise seitlich, aber fraß weiterhin nichts und ihr ging es einfach nicht besser und ich dachte immer das dies noch die Nachwirkung der Narkose und Not-OP war, da der TA ja meinte es geht aufwärts und sie braucht Zeit. Die Wunde nässte aber immer stärker und roch.

Am Montag konnte ich es kaum erwarten zur Nachuntersuchung zu kommen. Ich hatte 15 Uhr Termin und sagte nochmal ausdrücklich, das es ihr immer noch so geht wie das letzte Mal, sie liegt nur, frisst weiterhin nichts, hat auch die Medikamente und alles was ich versucht habe ihr als Brei zu geben erbrochen. Die Wunde würde stärker nässen, das sei doch nicht normal. Und die Temperatur ist auch schon auf 36,4 runtergegangen, jetzt wieder bei 37. Der TA meinte wieder, auch das wäre ganz normal und in Ordnung. Es würde jetzt aufwärts gehen und sie hätte das Schlimmste hinter sich.

Ich fühlte mich damit einfach nicht wohl, habe aber an ihn geglaubt, da ich es ja nicht besser wusste.

Nachdem es meiner Hündin nach der Nachbehandlung weiterhin schlechter ging, habe ich sie dann am Tag darauf als akuten Notfall zu meiner Tierarztpraxis Lutz Borghardt gebracht, wo sich sofort 2 erfahrene Tierärzte und 3 Arztheflerinnen um meinen Hund bemüht haben. Es wurde sofort ein Blutbild und ein Ultraschall gemacht, sie hatte furchtbar schlechte Blutwerte, sehr viel Flüssigkeit mit Eiter im Bauchraum, Blutarmut, war mit dauerhaft Untertemperatur weit unterkühlt und nicht mehr zu retten.

Da sie starke Schmerzen gehabt haben musste, konnte ich mich nicht einmal mehr von ihr verabschieden, sie wurde sofort erlöst.

Die Ärzte waren fassungslos über die unfachmännische Nachbehandlung des TA Dr. Khelladi.


Meine Hündin könnte noch leben wenn sie richtig behandelt worden wäre.

 

mein persönlicher Brief an den TA


Sehr geehrter Herr ---

Obwohl es Lücie seit der OP immer schlechter ging, sie überhaupt nicht
reagiert hat außer wackeliges kurzes Laufen um wieder umzufallen, waren
Sie nicht in der Lage wenigstens einen Ultraschall vom Bauchraum zu
machen, geschweige denn ein Blutbild. Nach einer OP mit so akuter
Pyometra hätte eine tägliche kontrollierte und fachliche
Nachuntersuchung gehört und wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, dann
wäre eine Überweisung in die Tierklinik angeraten gewesen.

Genauso wie Sie mich auch schon am Freitag zu Ostern vorsichtshalber
gleich in die Klinik verweisen hätten sollen. Denn Sie waren nicht da um
zu helfen und aus der Ferne können Sie keine Diagnose stellen. Aber die
Aussage, ich zitiere "fahren sie nicht in die Tierklinik, die wollen
doch nur gleich operieren" ! Meine Hündin hatte seit fast 2 Tagen nichts
gefressen und hatte über 40,5 Temp. und Sie haben aus der Ferne
Antibiotika und Schmerzmittel verordnet.

Samstag und Sonntag habe ich versucht Sie zu erreichen, da Sie mir
zugesagt hatten ich könne bei ihnen anrufen wenn was ist und Sie würden
dann ihre Ärzte organisieren für den Notfall. Sie waren NICHT erreichbar.

Am Montag hatte ich Sie dann endlich erreicht und konnte vormittags mit
meinen Hund als akuter Notfall kommen. Die TÄrztin die vor Ort war
machte weder einen Ultraschall noch ein Blutbild und meinte dann sogar
noch, das es ja keine Gebärmutterentzündung sei. Nach ein paar
Spritzen, Infusion unter die Haut und einmal abhören war sie fertig und
ich ging wieder. Es ging ihr sehr schlecht. Am Abend rief ich wieder an,
wieder niemand erreichbar. Dienstag früh meldete ich mich wieder als
akuter Notfall und wurde auf 10 Uhr verwiesen, dann durfte ich doch
schon 9.30 Uhr kommen.. und das als Notfall mit einer halbtoten Hündin.
Dann wurde ich sogar noch von Ihnen genervt belehrt, das die
Sprechstunde ja erst um 10 Uhr beginnt und ich müsste eben warten.
!!!!!!!!! geht es noch !!!!!! Findet bei Ihnen keine Kommunikation
untereinander statt.

Diese ganze Geschichte hätte positiv für mich und vor allem für meine
arme Maus enden können, wenn Sie fachlich kompetent gehandelt hätten und
vor allem hätte sie nach der OP nicht so leiden müssen.

Meine Schuld sehe ich darin, das ich mich auf Sie verlassen und
anvertraut habe. Ganz sicher werde ich Sie nicht weiterempfehlen.

Gunda Vogel

 

 

verantwortlich: Gunda Vogel  -  75428 Illingen  -  Tel: 07043/950230

 

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