Trauriges Welpensterben

Es gibt nur wenige Züchter, die auch von der dunklen Seite eines Wurfes berichten.

Da ich eine offene Webseite habe und in den Berichten rund um meine Zucht auch Vorteile für die Leser oder andere Züchter sehe, möchte ich dieses Thema ansprechen und über Welpenkrankheiten und Sterblichkeit in den Würfen berichten. Wenn man die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen weitergibt, können auch andere Züchter, die ähnliches erleben, ihre Erfahrungen vergleichen oder besser bei Auffälligkeiten ihrer Welpen reagieren. Wir können alle nur daraus lernen. Fast jeder Züchter hat in seinen Würfen auch Welpensterblichkeit, nur wird darüber meist stillgeschwiegen und es nicht an die Öffentlichkeit gebracht. Außer in den Zuchtbuchämtern, dort sind die Angaben zur Statistik meistens angegeben.
 

Die Geschichte vom O-Wurf und Olympic blue boy

Der Wurf kam eine Woche zu früh. Keinerlei Reaktionen von Holly, auch keine veränderte Temperatur. Als ich am frühen Morgen aufwachte, waren 4 Welpen da. Oxygen war schon ziemlich kühl, ich steckte das Würmchen unter meinen Pulli und wärmte es. Der Kleine war aber sehr geschwächt, meine Versuche ihn anzulegen, hatten keinen Erfolg. Ich päppelte mit der Pipette (dazu nehme ich die Welpenmilch von Royal Canin), er nahm aber kein Gramm zu. Ich hörte am 3. Tag ein Röcheln und kurz danach schlief er in meiner Hand für immer ein. Er hatte Wasser in der Lunge. Wäre ich bei der Geburt dabei gewesen, hätte ich ihn vielleicht retten können. Es können viele Gründe sein, vielleicht hätte ich auch nichts tun können, aber ich mache mir trotzdem Vorwürfe.
 

Der kleine schwarze, Othello habe ich ihn getauft, ging von seinen 98 gramm runter bis auf 84 gramm, er trank die ersten 2 -3 Tage zwar an der Mutter, aber das war mir bei weitem nicht genug und so gab ich ihm zusätzlich alle 3 -4 Std. ca. 2 x Pipette, er nahm dennoch nur minimal zu. Erst am 7. Tag wechselte ich von Pipette auf Fläschchen mit Sauger und plötzlich nahm er stetig zu. Er war so ein kleines Würmchen und jetzt hat er sich prächtig erholt. Er trink wieder an Mamas Milchbar, er hat es geschafft.

Der zweite der beiden bluemerle Rüden, Olympic, hatte keine Schwierigkeiten, er nahm bis zum 6. Tag stetig zu. Erst da merkte ich eine Veränderung an seinem Körper. Da ich die Welpen jeden Tag mehrmals in die Hand nahm zum Wiegen, fiel mir auf das der Brustkorb starke Veränderungen hatte. Er war wie platt gedrückt und ich nahm an, das Holly auf den Welpen getappt war. Jetzt nahm er nur noch langsam zu und er hatte an der Milchquelle kaum noch Chancen, wurde immer weggedrückt. Wenn ich ihn aber anlegte, trank er lange. Ab dem 10. Tag keine Gewichtsveränderung mehr, jetzt bekam er nur noch Welpenmilch, im Zeitlupentempo trank er alle 3-4 Std. zwischen 3 und 6 Pipetten, das Fläschchen nahm er nicht, konnte machen was ich wollte. Auch fiel mir auch, das er schlecht Luft bekam, er atmete sehr schwer. Ich nahm an, das er innere Verletzungen hatte und ging zum Tierarzt. Der erste untersuchte, gab mir homöopathische Tropfen mit und meinte, der Brustkorb würde wachsen und es gäbe Hoffnung, er hätte wohl auch keine innere Verletzungen. Mein Kleiner, der mir schon so ans Herz gewachsen war, tat mir leid, aber ich war auch sehr erleichtert über die Diagnose des Tierarztes.
 

Dann wurde es aber immer schlimmer mit dem Atmen, der kleine Knirps hatte Schwierigkeiten mit dem Schlucken oder der Luft, er tat mir furchtbar leid, auch fing er an kurze Heullaute von sich zu geben, wie, als ob er Hunger hätte. Ich wärmte ihn zusätzlich mit Wärmekissen, Rotlicht und meinem Körper. Immer wenn ich ihn in die Hand nahm, war er still und schlief ein.
 

Wenn ich dann wieder fütterte, wollte er erst nicht, dann trank er aber. Auch nahm er wieder etwas zu. Da er aber so schwer atmete, ging ich 1 Tag später zu einem anderen Tierarzt. Dieser untersuchte ihn sehr genau, tastete ihn ab und gab mir folgende Diagnose:

Olympic hatte von Geburt an einen missgebildeten Brustkorb, der in den ersten Tagen noch nicht sicht- und fühlbar war. Erst nach den ersten Mahlzeiten fing er an sich zu entwickeln. Er wurde ganz sicher nicht von der Hündin getappt, sonst wären Brüche und innere Verletzungen da und er würde schon gar nicht mehr leben. Das er noch trank war ja das Beispiel dafür. Aber mit dem nun folgenden Wachstum des Brustkorbes wurde die Lunge geklemmt und er konnte nicht gut atmen. Er atmete ja schon mit Hilfe der Bauchmuskeln. Deshalb auch das schlechte Trinken, er konnte nicht trinken ohne das Mäulchen offen zu halten um besser Luft zu bekommen. Auch das Japsen die letzten Tage war ein Zeichen dafür, das er immer mehr Probleme mit dem tiefen Atmen bekam. Der obere Teil des Brustkorbes würde sich normal entwickeln, aber der unter Teil wo die Lunge war, würde in die Breite wachsen und die Lunge nicht freigeben, sondern weiterhin einengen. Auch hatte er starke Untertemperatur, nur 33°.
 

Es gab nun die Möglichkeit noch einige Zeit weiterzufüttern und er würde mir ja doch sterben. Und selbst, wenn ich ihn doch irgendwie durchbekommen sollte, wäre er sein Leben lang behindert in seiner Atmung, das wäre kein Hundeleben. Er würde nie rennen können. Und es gab die Möglichkeit ihn von seinem Leid zu erlösen.

Mit Tränen in den Augen habe ich mich entschlossen ihn einschläfern zu lassen. Ich wollte nicht, das er weiter leiden musste. Er schlief friedlich in meiner Hand ein.

Nie werde ich meinen kleinen Zwerg vergessen !

 

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Im Q-Wurf sind 2 Welpen gestorben, hier die Geschichte dazu

Quoony hat es nicht geschafft, nach 4 Tagen ist er gestorben, Wasser in der Lunge.

Leider habe ich genau das gemacht, was ein Züchter NICHT machen sollte. Als Etienne gepresst hatte und kurz Pause machte, hing schon ein Teil der Fruchthülle heraus. Da sie nicht sofort weiterpresste, riss ich etwas zu schnell diesen Teil auf, um dem Welpen herauszuholen. Es war aber nur Wasser, der Welpe war noch gar nicht draußen sondern in dem anderen Teil der Fruchthülle noch drin. Dadurch passierte nun genau das, was alle Züchter fürchten, das der Welpe Wasser schluckt und somit Wasser in die Lunge kommt.

Quoony hätte es durchaus schaffen können, hätte ich nicht so voreilig gehandelt und einfach noch abgewartet. Dieser Fehler passiert mir nicht noch mal. Ich bin sehr traurig darüber das ich diesen kleinen Wurm durch mein Verschulden nicht durchgebracht habe
 

Quickley hat es nicht geschafft, nach 3 Tagen ist er gestorben, an Nierenversagen.

Auch das kommt leider vor, ich habe ihn zwar mit der Flasche ernährt, da er nicht an der Milchquelle getrunken hat, aber am 3. Tag hat er nur noch gejammert, war einige male kurz weg und ich bewegte ihn dann wieder. Auf dem Weg zum Tierarzt ist er für immer eingeschlafen.

 

 

Die Geschichte vom V-Wurf und Victory

Etienne hat gegen 4 Uhr angefangen mit leichten Presswehen und gegen 5:30 starke Wehen, sie hat schwer gepresst bis endlich dann der erste Rüde kam, Victory war auch gleich aktiv und mir ist nichts besonderes aufgefallen an ihm. Die anderen Welpen kamen in längeren Abständen, Etienne hat jedes mal gebuckelt im Stehen stark gepresst und anschließend ihre Welpen alleine ausgepackt und ich durfte sie trocken rubbeln und wiegen. Als aber dann der Letzte da war, fiel mir auf, das Victory, der erste Welpe, Probleme mit der Atmung hatte. Er hatte Schwierigkeit mit Luft holen und schrie auch ab und zu. Ich fuhr daraufhin sofort zum Tierarzt mit ihm, diese meinte, das öfters kräftigere Welpen hier hätte mit solchen Atmungsproblemen. Victory bekam eine winzige Spritze unter die Zunge damit er besser Luft bekam. Auch haben wir ihn in kurzen Abständen in ein Sauerstoff-Zelt gelegt. Es wurde kurz besser, aber er krampfte auch, bedingt durch die Spritze. Er wurde aber dann ruhiger. Die Ärztin sagte, ich solle mir keine großen Hoffnungen machen, aber vielleicht schafft er es doch noch.

Auf dem Weg nach Hause ist er dann so friedlich in meiner warmen Hand eingeschlafen, das ich es gar nicht bemerkte. Er war noch warm und ich dachte er ist einfach fertig und müde. Wenigstens hat er nicht lange leiden müssen. Trotzdem bin ich sehr traurig, das dieser kleine, anfangs so kräftiger Welpe es nicht geschafft hat.

 

 

Der F-Wurf von Holly und little Foot

Holly hatte die Welpen ohne Probleme bekommen, der Kleinste war little Foot, er kam als letzter. Obwohl er nur 99 g wog, war er recht lebendig und hing nicht hinterher, aber er sah aus wie ein Frühchen, war knallrot wo mal weiße Stellen kommen und die Füßchen und der Bauch sahen eben einfach extrem rötlich aus. Er trank auch erst gut mit, wurde aber von den Größeren weggedrückt, also fing ich sofort mit Fläschchen an. Holly hatte noch nicht viel Milch, so konnte ich nichts abzapfen und nahm wieder die Welpenmilch von Rojal Canin, mit der ich bisher gut gefahren bin (ich lasse mich aber auch gerne auf ein besseres Produkt überzeugen, falls jemand einen Tipp hat). Nun ja, ich legte little Foot auch einige Male an die Milchbar und er trank auch, solange ich seinen Platz verteidigte, aber so konnte es natürlich nicht weitergehen. Anfangs trank er noch gut mit Pipette, dann aber immer weniger, auch jaulte er immer wieder. Sobald er aber in meiner Hand lag, war er ruhig. Leider trank er immer weniger. Er schlief ruhig in der Hand ein.

 

Wasser hatte er keine in der Lunge, ich denke das er einfach noch nicht richtig entwickelt war um zu überleben in seiner normalen Umwelt. Auf der Säuglingsstation gibt es für die Frühchen ja alles, nicht aber bei mir für einen Welpen.

  

 

 

Shelby mit dem J-Wurf (Juri)

Der 2. Welpe in diesem Wurf war ein wunderschöner blue merle Rüde, als Shelby ihn auspackte und abschleckte, hatte ich es nicht gleich entdeckt. Dann wollte ich ihn trocken rubbeln und wiegen und nahm ihn in die Hand. Ich war total geschockt, so was hatte ich noch nie gesehen, ein riesiges Loch klaffte dort, wo die Nabelschnur sein müsste. Es war eine Haut als Schutz darüber aber es war dahinter alles rot. Zudem hatte er ein verkrüppelte Pfote. Sofort bin ich mit ihm zu meinem Tierarzt gefahren, auf dem Weg dorthin krabbelte Juri in meiner Hand herum als ob nichts wäre, er hatte so eine enorme Kraft trotz diesem großen Loch. Leider war eine Operation für den eine Stunde alten Welpen viel zu waghalsig, schon wegen der Narkose und dann wusste man auch nicht, wie die Organe lagen. Selbst wenn er es schaffen sollte, könnte er mit seiner Pfote nie richtig laufen. So musste ich schweren Herzens den so lebhaften kleinen Kerl einschläfern lassen.

 

 

Shelby hatte am 7.9.2009 ein Welpchen geboren, leider war die
kleine blue merle Hündin bereits tot, es lag wohl quer und es
hat zu lange gedauert, bis sie endlich da war